Hautpflege bei Neurodermitis im Herbst und Winter

Das atopische Ekzem, auch Neurodermitis oder endogenes Ekzem genannt, ist eine chronische, nicht ansteckende Autoimmunkrankheit. Sie verläuft schubweise und äußert sich hauptsächlich in Form von roten, schuppenden und stark juckenden Ekzemen. Neurodermitis ist nicht heilbar, kann aber durch eine gezielte Therapie behandelt werden.



Nach den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind genetische Faktoren für die Krankheit verantwortlich. Gendefekte und Mutationen führen dazu, dass Proteine, die für die Hautstruktur wichtig sind, nicht oder nicht ausreichend gebildet werden. So führen Veränderungen im Filagrin-Gen dazu, dass Verhornungsprozesse an der Hautoberfläche gestört sind. Die Hautschutzbarriere ist geschwächt, was eine trockene und juckende Haut zur Folge hat.

Ein weiteres Merkmal der atopischen Haut ist ein Mangel an Ceramiden. Ceramide sind Lipide, die in der Haut eine Schutzbarriere bilden und somit die Austrocknung und Eindringen von Fremdstoffen verhindern.

Die Wahl der richtigen Hautpflegeprodukte kann den Betroffenen sowohl während der akuten Phase als auch während der beschwerdefreien Phase Linderung verschaffen. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit wichtig.
Während eines akuten Schubs ist die Haut meist offen und nässt. Da empfiehlt es sich Öl-in-Wasser-Emulsionen (wenig Öl in viel Wasser) zu benutzen, denn Wasser kühlt und trocknet die Haut.
In der beschwerdefreien Phase, wenn die Haut wieder intakt ist, sollten Wasser-in-Öl-Emulsionen (wenig Wasser in viel Öl) appliziert werden. Das Öl macht die Haut weich und geschmeidig und bildet auf der Haut einen Schutzfilm, der das Verdunsten der Feuchtigkeit verhindert und somit zu einer Verzögerung des nächsten Schubs beitragen kann.

Hautpflegeprodukte mit Harnstoff (Urea) wirken auch beschwerdelindernd, da Harnstoff feuchtigkeitsspendende und juckreizlindernde Eigenschaften hat. Allerdings sollte die Konzentration des Harnstoffs im Pflegeprodukt vom Hautarzt bestimmt werden, um ein Brennen auf der Haut zu verhindern.

Eine weitere Empfehlung zur Hautpflege ist das Duschen dem Baden zu bevorzugen. Bäder sollten nicht öfter als einmal die Woche genossen werden, nur mit einem pflegenden Ölbad und nicht zu heißem Wasser.

Nicht zu vernachlässigen ist die Versorgung des Körpers mit Wasser von Innen. Erwachsene sollten 1,5 Liter pro Tag zu sich nehmen.