Die Psyche als Einflussfaktor auf kosmetische Eingriffe

Schon in der frühsten Menschheitsgeschichte war das Streben nach Schönheit bedeutsam. Das Idealbild verändert sich immer im Laufe der Zeit, so waren Rundungen im barocken Stil angesagt und im 19. Jahrhundert kam das Korsett zum schlank schnüren in Mode.
Heute kann die ästhetische Medizin erstaunliches leisten, doch sind nicht immer alle Patienten mit dem Ergebnis zufrieden und der Arzt wird prompt verklagt. Untersuchungen zeigen, dass oft mehr als nur ein Schönheitswahn dahinter steckt. Diese Patienten leiden nicht selten an psychischen Störungen, weshalb sie ständig unzufrieden mit ihrem Äußeren sind und niemals mit einem Resultat zufrieden sein werden. Das macht es besonders schwierig für die Ärzte ein solches Problem zu erkennen und richtig zu handeln. Zu den 3 häufigsten psychiatrischen Auffälligkeiten gehören die Körperdysmorphophobe Störung, Narzisstische Persönlichkeitsstörung und die Histrionische Persönlichkeitsstörung.

Körperdysmorphophobe Störung


Bei dieser Störung hat der Patient schon ein oder mehrere ästhetische Eingriffe an sich durchführen lassen und beschäftigt sich zwanghaft mit weiteren ästhetischen Maßnahmen. Die Patienten haben oft eine sehr negative Selbsteinschätzung und sind überzeugt davon, dass sich andere über ihr Aussehen lustig machen. Viele verschanzen sich dann zu Hause und vermeiden soziale Aktivitäten. Die meisten Patienten erkennen jedoch nicht ihre Störung und suchen so eher selten einen Psychotherapeuten auf sondern vielmehr den Plastischen Chirurgen.
Rund ein viertel der Patienten unternimmt Selbstmordversuche. Das beschreibt das psychisch belastende Ausmaß der Störung.
Die meisten Patienten sind nach einem kosmetischen Eingriff unzufrieden und greifen zu Mitteln wie Klage oder auch körperliche Gewalt. Tipps an die Mediziner sind: 1. Patienten genau ihr Aussehen beschreiben lassen ohne ihnen neue Ideen für Deformitäten zu geben 2. Immer von „Aussehen“ reden und nicht etwa von „Missbildung“ oder „Defekt“ 3. Meinungen der Freunde und Familie Miteinbeziehen.  

Persönlichkeitsstörungen


Eine Vielzahl an Persönlichkeitsstörungen wurzelt in der Kindheit, sodass diese hartnäckig und unflexibel sind. Meist gehen die Erinnerungen an das auslösende Ereignis verloren. Man versteht unter Persönlichkeitsstörungen eine Ansammlung von schlechten Verhaltensmustern, Kognitionen und persönlichen Erlebensmustern, die in auffälligem Verhalten enden. Behandelt man also nicht die eigentliche Störung also das Grundproblem, sondern verändert nur das Äußere durch kosmetische Eingriffen, so haben die Mediziner gar keine Chance die Zufriedenheit der Patienten zu erreichen.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung


Menschen die unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden, treten oft sehr selbstbewusst und stark auf, wobei es sich hier lediglich um eine krankhafte Selbstüberschätzung handelt. Sie möchten ständig im Mittelpunkt stehen und bewundert werden. Sie sind von positiven Rückmeldungen abhängig, die sie eher selten bekommen und reagieren sensibel auf Kritik. Das nach außen hin zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein stimmt nicht mit der inneren Selbsteinschätzung überein. Um sich zu schützen geben sie immer anderen die Schuld für ihr Befinden. Sie möchten ihr jugendliches Aussehen behalten und erhoffen sich nach kosmetischen Eingriffen von anderen bewundert zu werden.

Histrionische Persönlichkeitsstörung


Menschen mit einer histronischen Persönlichkeitsstörung suchen sehr dramatisch nach Trost und Bestätigung. Sie möchten immer sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und gestikulieren oft wild rum oder nutzen eine sehr auffällige theatralische Stimme. Außerdem sind sie leicht durch andere beeinflussbar. Sie beschäftigen sich sehr stark mit ihrem Äußeren. Zudem neigen sie zur Manipulation ihrer Mitmenschen und sagen oft nicht immer die Wahrheit, was auch zu einem Problem für das medizinische Team wird. Von einem kosmetischen Eingriff erhoffen sie sich innere Ausgeglichenheit und ein stärkeres Selbstwertgefühl. Da dies nicht folgt, sind sie unzufrieden und lassen das auch alle wissen.

Grundsätzlich zählt beim Umgang mit Patienten die eine Persönlichkeitsstörung aufzeigen, den Patienten nicht zu kritisieren. Außerdem sollte man das merkwürdige Verhalten „übersehen“ und nicht versuchen außerhalb einer Psychischen Behandlungen, die Vergangenheiten des Patienten aufzuarbeiteten. Weder ein Ablehnen des Verhaltens noch kosmetische Eingriffe können die Vergangenheit ändern. 

 

 

 

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