Welche Wundarten gibt es?

Wunden können unterschiedlicher Ursache sein...je nach Verletzung

 

Schürfwunden: Das sind Verletzungen der Oberhaut mit unterschiedlicher Tiefe. Meist bluten diese Wunden nicht sehr, es bilden sich eher punktförmige Einblutungen, da die Hautschichten, in denen die Blutgefäße liegen, nicht erreicht werden. Dadurch ist die Infektionsgefahr in der Regel nicht so groß, und Schürfwunden heilen ohne Narben ab. Allerdings sondern diese Wunden oft viel Wundsekret ab. 

Versorgung: Wenn nötig, die leichte Blutung stillen, dann die Wunde mit möglichst sterilen Tüchern und lauwarmen Wasser säubern. Danach die Wunde trocknen lassen. Bei kleineren Wunden reicht ein Pflaster. Größere, nässende Wunden können mit einer sogenannten Hydrogelplatte, die es in Apotheken gibt abgedeckt werden.  


Verbrennungen: Unter einer Verbrennung verstehen Ärzte eine Hautschädigung, die durch direkte Hitzeeinwirkung hervorgerufen wurde. Je nach Schwere wird sie in unterschiedliche Grade eingeteilt, nach denen sich auch die Erstversorgung richtet.
Versorgung: 1. Grad - Rötungen der Haut: Haut kühlen unter fließendem kalten Wasser oder mit Kompressen. Eis kann hingegen zu weiteren Hautschädigungen aufgrund der Kälte führen. Verletzte Stellen nach dem Kühlen mit einer Wund- und Heilsalbe behandeln und durch einen Verband schützen.
2. Grad – Blasenbildung auf der Haut. Stelle kühlen, Brandblasen schützen, aber nicht öffnen – sie sind ein natürlicher Schutz vor Bakterien. Verbrennungen von Grad 2 sollte man einem Arzt zeigen.
3. Grad – Gewebe ist deutlich verbrannt, manchmal bis zum Knochen: Haut kühlen und sofort in die Klinik.


Platzwunden: Sie heißen nicht ohne Grund so. Wird die Haut bei einem Aufprall auf einen stumpfen Gegenstand überdehnt, platzt sie auf. Das tut sie am ehesten dort, wo sie eng am Knochen aufliegt. Deshalb entstehen Platzwunden häufig am Kopf und bluten stark.
Versorgung: Blutung durch Druckverband oder Kompressen stillen. Stelle mit feuchten Tüchern kühlen- besonders, wenn sich zusätzlich ein Bluterguss gebildet hat. Je nach Größe der Platzwunde reicht danach ein Pflaster, evtl. sind spezifische Klammerpflaster nötig. Größere Wunden sollten einem Arzt gezeigt werden und müssen evtl. genäht werden.

Quetschwunden: Auch ein eingeklemmter Finger zählt als Wunde: Quetschungen entstehen immer durch äußere Gewalteinwirkungen, die zur Schädigung der Haut und des restlichen Gewebes führen. Sie machen sich durch Hämatome, Schwellungen und Schmerzen bemerkbar.
Versorgung: Gequetschte Körperstellen sollte man kühlen. Leichte Quetschungen heilen von alleine, evtl. kann der Abbau des Blutergusses durch Salben unterstützt werden. Entzündet sich die Stelle oder schmerzt stark, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Schäden am Knochen oder den Gefäßen auszuschließen.


Schnittwunden: Diese gehen meist durch mehrer Hautschichten und verletzen dabei Gefäße. Deshalb bluten sie oft stark. Im schlimmsten Fall können durch Schnittwunden auch Sehnen und Nerven verletzt werden, das macht sich durch Bewegungseinschränkungen bemerkbar.
Versorgung: Blutungen am besten durch eine Kompression stillen. Wunde dann mit klarem Wasser reinigen. Je nachdem, mit welchem Gegenstand man sich geschnitten hat. Kann ein desinfizierendes Wundspray sinnvoll sein. Hört die Wunde rasch auf zu bluten, sind in der Regel nur die obersten Hautschichten betroffen – dann reicht ein Pflaster, das die Wundränder zusammendrückt. Tiefere Schnittverletzungen müssen manchmal genäht, geklammert oder geklebt werden. Hört die Wunde nicht auf zu bluten, sollte man zum Arzt gehen, ebenso bei Lähmungen oder Gefühlsstörungen. Eine Pflegetherapie mit Pflegesalben kann die Wundheilung unterstützen.


Erfrierungen: Hat man die Finger im Winter nicht richtig eingepackt oder Kühlpads zu lange auf eine Beule gehalten, kann es an der Haut auch mal zu Kälteschäden kommen. Die Folge sind Zellschädigungen und Durchblutungsstörungen sowie Gefühllosigkeit. Ähnlich wie Verbrennungen werden Erfrierungen in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt.
Versorgung: Bei leichten Erfrierungen, die man an blasser Haut und Gefühlsstörungen erkennt, sollte man die Haut vorsichtig aufwärmen, am besten im Wasserbad mit körperwarmen, nicht zu heißem Wasser oder mit Decken. Sorgt das sofort für Abhilfe, muss man zwar damit rechnen, dass nach einigen Tagen eine bräunlich verfärbte Hautstelle abblättert, es bleiben aber keine Folgen. Bilden sich Blasen oder bleibt die Gefühlsstörung bestehen, muss ein Arzt aufgesucht werden.


Bisswunden: Da wollte man den kleinen Vierbeiner, der nie etwas tut, nur mal kurz über das Fell streicheln, und schon hat er zugebissen. Bisswunden von Tieren sind häufig, aber auch Menschen können andere mit den Zähnen immens verletzen. Bisswunden sehen von außen oft gar nicht so erschreckend aus. Mediziner stufen sie aber trotzdem unter die problematischen Wunden ein, denn durch den Speichel von Mensch oder Tier können Krankheiterreger übertragen werden. Bei Tieren geht es dabei vor allem um Tollwut, bei Menschen durchaus um HIV oder Hepatitis.
Versorgung: Auch hier gilt: säubern und desinfizieren. Darüber hinaus ist bei diesen Wunden ein Blick in den Impfpass ein echtes Muss. Ist die Tetanusimpfung noch wirksam? Wie schätzt der Arzt die Tollwutgefahr ein?


Verätzung: Bei einer Verätzung kommt es durch einen ätzenden Stoff, wie er beispielsweise in Reinigungsmitteln für den Haushalt vorkommt, zu Schädigungen an der Haut. Sie machen sich durch starke Rötungen, rissige und blutige Hautstellen oder eine aufgelöste Hautoberfläche mit starken Schmerzen bemerkbar.
Versorgung: Stelle mit Wasser ab- oder ausspülen. Vorsicht: Es gibt Ausnahmen von dieser Regel. Bei Verätzung mit Zement etwa im Auge: Hier befördert Wasser die Verätzung; Zement darf nur vom Augenarzt entfernt werden. Manche Substanzen müssen auch erst einmal neutralisiert werden, bevor die Wunde gereinigt werden kann. Deshalb bei Verätzungen am besten immer ärztlichen Rat einholen, insbesondere wenn die Flüssigkeit geschluckt wurde oder Schleimhäute davon betroffen sind. Infos gibt es auch bei den Giftnotrufzentralen, Nummern im Internet.

 

 

 

 

 

 

 

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